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Orgel

Die erste Orgel soll Plauen um 1500 aus der 1491 durch einen Brand beschädigten Kreuzkirche in Dresden erhalten haben. 1692 erfolgte eine Orgelreparatur mit Erweiterung.
Tobias Schramm (1701-1771), Stadtorgelbauer und später Hoforgelbauer, errichtete unter Verwendung von Orgelteilen der wegen Baufälligkeit abgebrochen Frauenkirche eine neue Orgel. Sie wurde im Mai 1746 geweiht.
Trotz der wenigen Stimmen war das Werk neben den gottesdienstlichen Aufgaben auch für kleinere solistische Aufgaben geeignet. Im August 1813 wurde Plauen während der Schlacht bei Dresden stark in Mitleidenschaft gezogen und geplündert. Aus der Kirche wurde fast alles Holz herausgerissen und die Orgel zerstört. Am 11. Sonntag nach Trinitatis 1816 wurde eine neue einmanualige Orgel (vermutlich von F. T. Kayser) die Orgel erbaut und geweiht.

1877 stiftete der Hofmühlenbesitzer Traugott Bienert (1813-1894) 8000,- M für eine neue Orgel. Der Vorschlag von K. E. Jehmlich für einen Neubau mit 20 Registern auf 2 Manualen bekam die beste Bewertung und wurde ausgeführt. An der Disposition ist das gewandelte Klangempfinden seit dem 18. Jahrhundert erkennen. Der Orgelneubau war Anlaß, auch das Innere der Kirche neu zu gestalten. Am 1. Advent 1878 wurde die Orgel in Dienst gestellt, aber erst im Februar 1879 endgültig fertig.

1900 beginnen im Zuge der letzten großen Erweiterung der Kirche durch die Architekten Lossow & Viehweger die Verhandlungen wegen einer neuen Orgel mit den Gebr. Jehmlich. Kantor und Kirchschullehrer Ferdinand Witzmann und R. E. Höpner beurteilten die Dispositionsvorschläge. Vorgesehen war die Wiederverwendung aller 20 Register der alten Orgel.
Der Gehäuseentwurf stammt von den genannten Architekten. Die alte Orgel wurde im April abgebrochen, die Kirche erheblich vergrößert, und bereits am 1. April 1902 konnte die neue Orgel von Seminaroberlehrer Karl Richter geprüft werden.
Aus heutiger Sicht stellte diese Orgel ein typisches Beispiel ihrer Zeit dar, wiederum ist ein gewandeltes Klangempfinden erkennbar. Durch die Grundtönigkeit und den Bau von Soloregistern versuchte man den Klang der Orchesterinstrumente und des Orchesters nachzuahmen. Die klare Helligkeit des Klanges der Barockorgeln war nicht mehr gefragt. Dazu kam die Anwendung der zur damaligen Zeit als technischer Fortschritt gepriesenen pneumatischen Traktur. Dabei geschieht die Steuerung der Tonventile und Register durch Druckluft in dünnen Röhren. Die Kraftübertragung von der Taste wird durch die mehrere Meter langen Röhren zeitlich verzögert.

1917 erfolgte die Entnahme der Prospektpfeifen wie überall in Deutschland für Kriegszwecke.

1934 Einbau von drei "Barockregistern", andere Register wurden klanglich umgestaltet (Gebr. Jehmlich).

1946 wurde die Orgel höher gestimmt, um ein Zusammenspiel mit Orchesterinstrumenten zu ermöglichen. Die Kosten dafür trug zu 75 % der Dresdner Kreuzchor, der nach der Zerstörung von Kreuzkirche und Kreuzschule erstmalig am 1. 7. 1945 im Gottesdienst der Auferstehungskirche sang und hier seine Konzerte gab.

Erst 1958 erhielt die Fa. Gebr. Jehmlich den Auftrag für eine technische Erneuerung der Traktur (Neugestaltung des Spieltisches) und eine klangliche Umgestaltung der Disposition. Aus finanziellen Gründen wurde der billigere Umbau dem Neubau einer Schleifladenorgel vorgezogen.

1963 trat Kantor Gerald Stier in den Dienst der Gemeinde und bemühte sich jahrelang um eine Veränderung, da die Orgel solistisch nicht zu benutzen war.

1972 versuchte Orgelbauer Volkmar Pucher aus der Gemeinde, die völlig ungleichmäßig laufende Traktur durch Verlegung der Vorgelege und Erhöhung des Trakturwindes zu einer gleichmäßigen Verzögerung zu bringen. Der Versuch mißlang. Unter großem persönlichem Einsatz setzte Kantor G. Stier (seit 1976 Kirchenmusikdirektor des Kirchenbezirkes Dresden West) eine Orgelspendensammlung für einen Orgelneubau in Gang. 1983 wurde nach vielen Überlegungen, ausgehend von der Größe des Kirchenraumes und den Aufgaben, die diese Orgel zu erfüllen hat, eine Erweiterung der Disposition beschlossen. Das Oberwerk (Schwellwerk) erhielt eine reichere Besetzung, und als weiteres Manualwerk wurde ein Rückpositiv geplant. So konnten 1984 die konstruktiven Vorarbeiten beim VEB Eule-Orgelbau Bautzen beginnen. In verantwortungsbewußter Weise wurde bei der Planung auf die Wiederverwendung noch brauchbaren Materials Wert gelegt.
Das Orgelgehäuse von 1902 als stilistisch integrierter Bestandteil der Kirchenarchitektur wurde beibebehalten. Es wurde aus akustischen Gründen vorgerückt, nach hinten verlängert und der relativ große Orgelraum durch Bau einer neuen Rückwand verkleinert, um dadurch die Klangabstrahlung zu verbessern. Das Gehäuse des Rückpositivs (Entwurf: Architekt Dr. Karlheinz Georgi) enthält Gestaltungselemente des Hauptgehäuses. Der Abbruch der alten Orgel erfolgte Anfang 1985 durch freiwillige Helfer.
Fast ausschließlich der Energie und dem Idealismus von Kantor Stier ist es zu danken, daß viele nicht genannten Probleme gelöst wurden und der Orgelneubau Wirklichkeit wurde.
(Dr. Wolfram Hackel - gekürzt)

Disposition der Eule-Orgel


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